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Verdrängung schadet nur!

Warum Menschen dazu neigen, Gefahren zu verdrängen, anstatt zu lernen, mit dem Risiko umzugehen:

 

1. Angst vor dem Unbekannten:

Neue oder unbekannte Gefahren können Angst auslösen, und Menschen neigen dazu, sich vor Dingen zu fürchten, die sie nicht verstehen. Anstatt zu lernen, wie man mit dem Risiko umgeht, ist es für viele einfacher, das Risiko zu ignorieren. Die Unberechenbarkeit oder die Unklarheit darüber, wie man mit einer Gefahr umgehen soll, kann dazu führen, dass Menschen diese verdrängen, anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen.

 

2. Kognitive Verzerrungen:

Menschen sind anfällig für kognitive Verzerrungen wie den Optimismus-Bias oder die Illusion der Kontrolle. Der Optimismus-Bias führt dazu, dass Menschen glauben, dass sie weniger gefährdet sind als andere, und die Illusion der Kontrolle lässt sie glauben, dass sie mehr Einfluss auf eine Situation haben, als sie tatsächlich haben. Diese Verzerrungen können dazu führen, dass Menschen das Ausmaß einer Gefahr herunterspielen oder glauben, dass sie nicht von ihr betroffen sein werden.

 

3. Vermeidung von Angst und Stress:

Die Auseinandersetzung mit Gefahren kann Angst und Stress verursachen. Menschen vermeiden oft diese unangenehmen Emotionen, indem sie die Gefahren verdrängen, anstatt Wege zu finden, um mit ihnen umzugehen. Es ist einfacher, sich mit positiven oder angenehmen Dingen zu beschäftigen, anstatt sich mit potenziell bedrohlichen Situationen zu konfrontieren.

 

4. Gewohnheit und Bequemlichkeit:

Verdrängung kann zur Gewohnheit werden, insbesondere wenn Menschen sich in einer Situation befinden, in der sie sich sicher fühlen oder in der sie sich bereits an das Risiko gewöhnt haben. Es erfordert Anstrengung und Engagement, sich mit Gefahren auseinanderzusetzen und Wege zu finden, um mit ihnen umzugehen. Menschen wählen oft den Weg des geringsten Widerstands und ignorieren die Gefahren lieber, anstatt sich mit ihnen zu befassen.

 

5. Kurzfristiges Denken:

Menschen tendieren dazu, kurzfristig zu denken und sich mehr um unmittelbare Belohnungen oder Probleme zu kümmern als um langfristige Risiken. Das Ignorieren von Gefahren ermöglicht es ihnen, sich vorübergehend besser zu fühlen, auch wenn es langfristig zu größeren Problemen führen kann. Sie bevorzugen die unmittelbare Befriedigung, die mit der Vermeidung von Angst verbunden ist, anstatt langfristige Strategien zu entwickeln, um mit den Gefahren umzugehen.

 

Es ist wichtig zu betonen, dass das Erlernen, mit Risiken umzugehen, langfristig zu einem sichereren und erfüllteren Leben führen kann. Indem man sich mit den Gefahren auseinandersetzt und lernt, sie zu bewältigen, kann man Ängste abbauen und mehr Kontrolle über seine Lebensumstände gewinnen.

 

Robert Jungnischke

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